II. Der Virus der Geschwindigkeit - Stadt in Bewegung

In früheren Zeiten hatte die Wiener Tramway immer wieder große Transportleistungen zu erbringen. Auf den oberen Bildern der Verkehr zum Zentralfriedhof um Allerheiligen, 1910 und in den 60ern; unten die riesige Anlage des Rennplatzes Freudenau. Solche Einsätze waren früher häufig, durch das weitgehende Fehlen des Autoverkehrs wurden alle Zubringerdienste auf der Schiene abgewickelt: Zum Prater, zu den Donaubädern, zu den Heurigenorten, überallhin wurden bei Bedarf flexible Sonderlinien eingerichtet.

Heute sind die Gelegenheiten, die Leistungsfähigkeit der Tram zu erleben, selten geworden. Die einzige regelmäßige Sonderleistung ist der Stadionverkehr, der je nach Anlass mit unterschiedlichen Sonderlinien abgewickelt wird. Bei größeren Spielen ist der Stapel von Zügen aber hunderte Meter lang; hier warten Gelenkzüge auf das Ende des Matches.
Mit einer Vielzahl von Bediensteten wird der Betrieb abgewickelt. Fähnchenschwingende Beamte (von Schelmen "Fetzenrelais" genannt ;-) regeln den Tramwayverkehr.
Der Anlass dieses außergewöhnlichen Sonderverkehrs war das Taizé-Treffen vor einigen Jahren;
hunderttausende katholische Jugendliche trafen sich in Wien, um einige Tage gemeinsam zu beten und zu feiern. Die natürlich überfüllte Straßenbahn meisterte den Betrieb trotzdem weitgehend problemlos, während die U-Bahn-Stationen teilweise wegen Überfüllung gesperrt werden mussten.
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