II. Der Virus der Geschwindigkeit - Budapest

In der ungarischen Hauptstadt ist vor allem die immer noch verkehrende Type UV beeindruckend. Die schweren Tramwaywagen aus den 40er Jahren geben einen guten Eindruck, wie der Stadtverkehr vor einigen Jahrzehnten bei uns ausgesehen hat.


Unter anderem auf der romantischen Linie 56 nach Hüvösvölgy sind die Tatra-Wagen (ausnahmsweise als Zweirichtungsfahrzeuge) im Einsatz:

Die Hauptlast der Ringlinien 4 und 6 tragen die großen Achtachser der Traditionsfirma Ganz, die in Doppeltraktion hohe Geschwindigkeiten erreichen. In Budapest wird nicht gerade defensiv gefahren, dementsprechend groß ist der Respekt der Autofahrer.

Wenn man mit den Ringlinien unterwegs ist, sollte man unbedingt einen Zwischenhalt beim Westbahnhof einlegen. Der Bau wurde 1870 vom Pariser Büro Eiffel entworfen und wurde in den letzten Jahren mustergültig renoviert. Der in einem Seitengebäde untergebrachte McDonald ist wohl der schönste der Welt...
Etwa 20 km nördlich von Budapest liegt das nette Städtchen Szentendre, das neben einem reizenden Stadtkern auch mit dem Budapester Nahverkehrsmuseum aufwarten kann. Eine weiteres kleineres Museum liegt im Zentrum von Budapest: in einem stillgelegten Seitentunnel am "Deák tér" werden Waggons und Erinnerungsstücke der "Földalatti" ausgestellt (Bild unten rechts).


Ein anderes Ausflugsziel sind die Hügel um Budapest. Gleich mehrere Verkehrsmittel erschließen die Wäder, darunter die Zahnradbahn und die originelle Kinderbahn: Eine weitgehend von Kindern betriebene vollwertige Schmalspurbahn. Früher als "Pionierbahn" geführt, war es für die Kinder von politisch "korrekten" Eltern eine Ehre, neben der Schule dort arbeiten zu dürfen. Heute ist der politische Hintergrund natürlich weggefallen, die Arbeit dort aber nach wie vor bei Schülern begehrt.
Eine Tramwayseite aus Budapest, teilweise englisch
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