Digitale Fototipps I

Derzeit der Renner: die neue Digitalkamera. Aber kaum ist die erste Speicherkarte vollgeknipst, tun sich die Probleme auf: Die Bilder passen nicht auf den Bildschirm, sind unscharf oder in eigenartigen Formaten gespeichert. Was tun? Ganz klar - nachbearbeiten. Was so einfach klingt, scheitert oft an den Grundlagen - hier sind sie.

Erstens: Was kann ich an der Kamera einstellen, bzw wie "groß" ist ein Bild eigentlich?

Grundlegend wichtig für das Verständnis ist, folgendes unterscheiden zu können:

- Bildgröße in Pixel: Ein Pixel ist ein ganz kleines Quadrat mit einer definierten Farbe. Aus solchen Pünktchen setzen sich alle digitalen Bilder zusammen. Links eine Vergrößerung eines digitalen Fotos mit den sichtbaren Pixeln; daneben das ursprüngliche Bild in der Größe von 150 mal 229 Pixel.

- Größe des Files: Ein Bild benötigt eine gewisse Menge an Speicherplatz auf der Festplatte. Dieser Platzverbrauch wird in Kilobyte, bei großen Bildern sogar in Megabyte angegeben und hat nur sehr bedingt mit der Pixelgröße eines Bildes zu tun. Hier habe ich dasselbe Testbild in unterschiedlichen Formaten abgespeichert - mein Dateiexplorer zeigt folgende Dateigrößen an:

Warum dieses? Nun, es gibt (sehr vereinfacht) zwei grundlegende Arten, ein Bild abzuspeichern: ganz genau Pixel für Pixel, oder komprimiert, wobei nur die Änderungen von einem Pixel zum nächsten notiert werden. Die Formate "BMP" ("Bitmap") oder "TIFF" arbeiten nach der ersten Methode. Jedes Pixel wird durchnummeriert und seine Farbe notiert, ganz stur von links oben nach rechts unten. Da kann wenig schiefgehen. Nachteil ist aber, dass das File eher groß wird.

Bildkomprimierung - "JPEG"

Es gibt aber auch die Möglichkeit der "Bildkomprimierung": Ein BMP wird einfach als JPEG abgespeichert. Die Komprimierung wird vom Grafikprogramm selbstständig durchgeführt. Der Benutzer merkt davon wenig, aber das File ist nachher wesentlich kleiner. Kein Vorteil ohne Nachteil: durch die Komprimierung können Bilddetails verlorengehen - und genau da beginnt die Kunst der Bildoptimierung.

Nun ist wieder ein kleiner Abstecher zum JPEG-System nötig. Dieses bietet nämlich die Möglichkeit, ganz nach Wunsch unterschiedlich stark zu komprimieren, wobei man allerding kleine Dateigrößen mit unscharfen Bildern erkauft. Wichtig ist hier, einen Mittelweg zu finden. Hier einige Beispiele:

In der oberen Reihe: Kompression 100%, 85%, 70%. Hier sind noch kaum Unterschiede zu erkennen. Unten wird's dann deutlich: 55%, 25%, 5%. Allerdings sind auch die Filegrößen sehr interessant: beim 100%-Bild stolze 34 kB, bei 85% nur noch 11 kB! Beim ganz schlechten letzten Bild ist es nur noch ein einziges kB, aber das Bild ist nicht mehr brauchbar.

Kameraeinstellungen

Fast alle Digitalkameras bieten verschiedene Möglichkeiten der Einstellung. Meine alte Nikon Coolpix hatte deren vier, wobei die Pixelgröße allerdings immer gleich ist: 2048 mal 1536 Pixel, das sind insgesamt 3145728 solcher Bildpunkte - oder auch 3,1 Megapixel, dieser Wert wird in der Werbung angegeben. Je höher, desto besser (heute sind ca 10-12 Megapixel Stand der Technik). Trotzdem die Pixelgröße immer gleich bleibt, kann ich aber unterschiedliche Bildqualitäten abspeichern. In bester Qualität wird das Bild als "TIFF" gespeichert, ein verlustfreies Format, allerdings ist die Speicherkarte nach wenigen Bildern voll. Aus meiner Sicht ist das aber eh nur Spielerei, da die nächstbeste Einstellung keine Unterschiede erkennen lässt. Die Bilder werden allerdings als JPEG komprimiert gespeichert. Die nächsten beiden Einstellungen komprimieren das JPEG einfach noch stärker, was bei Schnappschüssen wenig ausmacht. Bei technischen Aufnahmen arbeite ich allerdings lieber in der besten JPEG-Qualität. Professionelle Spiegelreflexkameras erzeugen Bilder im Format RAW, in dem wesentlich mehr Bildinformationen gespeichert werden können; allerdings sollte man die Bilder dann professionell nachbearbeiten (ich verwende Adobe Lightroom 3 dafür). Die Beschreibung dieser Vorgänge würde hier aber zu weit führen.

Fortsetzung auf der nächsten Seite!


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